Orientierung des Orga-Teams

Schriftzug BerlinBrennt weiß

An alle Feuerwehrkollegen/innen und Kameraden/innen!

In den letzten Tagen und Wochen ist viel passiert. Die meisten von Euch fragen sich, was jetzt geschieht und wie es nun weiter geht.  Die Zeit nach dem 30.04.18 (Tag der Unterzeichnung der „Gemeinsamen Erklärung“ zwischen Senat und Gewerkschaften) haben wir genutzt, um das weitere Vorgehen zu planen, Informationen zu sammeln und zu prüfen, sowie die Strategie anzupassen und neu auszurichten.

Leider gab es auf Grund der Abspaltung von einigen wenigen Teammitgliedern in letzter Zeit viel Aufruhr, Anfeindungen und sogar persönliche Bedrohungen. Deshalb haben wir uns auf unserer Webseite von der Facebook-Gruppe und der Facebook-Seite zu BerlinBrennt distanzieren müssen und bauen daher die Website berlinbrennt.DE als die offizielle Informationsplattform stetig aus.

Probleme und Gemeinsame Erklärung

Die Probleme der Feuerwehr sind tiefgreifend und lassen sich leider nicht sofort beseitigen. Veränderungen brauchen Zeit und wir geben der Politik diese Zeit verabredete Vereinbarungen umzusetzen. Zum Zeitpunkt der nächsten vereinbarten Gespräche erwarten wir spätestens die Umsetzung der Erklärung zwischen Senat und Gewerkschaften. Abstriche davon darf es nicht geben und die vereinbarten Ziele dürfen keine Verhandlungsmasse für andere Senatoren oder Fraktionen sein. Die Veränderungen dürfen nicht lange auf sich warten lassen.

Was gefordert und vereinbart wurde, könnt Ihr auf der Webseite einsehen. Wir haben es in Form eines Flyers aufgearbeitet und als Download bereitgestellt. Wir sehen die „Gemeinsame Erklärung“ als ersten Schritt in die richtige Richtung, weitere müssen jedoch folgen.

Wir wissen auch, dass der Senat und die Behördenleitung momentan sehr engagiert an Lösungen und an der Umsetzung von Verbesserungen arbeiten.  So lange wir die Umsetzung der Vereinbarungen in einem realistischen Zeitraum wiedererkennen, wahren wir strikt den Verhandlungsfrieden, da wir wissen, dass viele Dinge Zeit brauchen.

Demnächst wird der neue Landesbranddirektor seinen Dienst bei der Berliner Feuerwehr aufnehmen und wird schnellstens wichtige und deutliche Entscheidungen treffen müssen, um die dringlichsten Probleme der Feuerwehrleute in Berlin zu entschärfen. Das kann nur durch eine leistungsfähige, gut ausgebildete, gut ausgerüstete und motivierte (und auch gut besoldete) Feuerwehr ermöglicht werden.

Kernpunkte unserer Forderungen, um dies zu erreichen:

  1. Personalstärke erhöhen
  2. Besoldung in Berlin mit der von Bundesbeamten vergleichbar machen und entsprechend aufstocken
  3. Gute und fundierte Ausbildung neuer Kollegen und entsprechende Weiterbildung bestehender Kollegen
  4. Moderne Ausrüstung, moderne Fahrzeuge und neue bzw. sanierte Wachen
  5. Verringerung der Eintreffzeiten in Berlin durch weitere Standorte oder Maßnahmen, die einer stetig wachsenden (Bundeshaupt-)Stadt gerecht werden
  6. Die Einsatzzahlen müssen sinken, hierfür bereitet die Feuerwehr in Zusammenarbeit mit verschiedenen Institutionen Kampagnen vor. Weitere Schritte zur Entlastung der Kollegen sollen oder wurden eingeleitet, wie zum Beispiel eine verstärkte Abgabe an den KV-Arzt, oder die Abgabe an private Krankentransportunternehmen. Wir werden aktuell berichten, welche Hebel hier in Bewegung gesetzt werden.
  7. Der Dienstplan muss flexibler werden und Doppelschichten sollten sehr bald wieder möglich werden. Auch die Möglichkeit, durch eine flexible Planung frei zu bekommen, muss geschaffen werden. Durch die nahezu entfallenen Bereitschaftszeiten leidet ebenso die soziale Gemeinschaft auf den Wachen.

Wir müssen wieder mehr Tätigkeiten auf der feuerwehrtechnischen Seite erreichen können und den Anstieg der Aufgaben im Rettungsdienst verringern. Die hohe Belastung im Rettungsdienst wird durch unsere geringe Personalstärke verursacht und verschärft. Das ist einer der Gründe der hohen Unzufriedenheit vieler Kollegen.

Es ist eine Herausforderung, alle Feuerwehrleute abzuholen, das ist uns – und auch der Politik – bewusst. Wir streben dies trotzdem weiterhin an und bitten um dieselbe Geduld, die auch wir selbst aufbringen müssen. Wir sind alles Individuen und daher ist es nicht überraschend, dass sich die Vorstellungen jedes Einzelnen und die zu realisierenden Forderungen unterscheiden. Unterschiedliche Verfahrensweisen in unterschiedlichen Direktionen und unterschiedliche Aufgaben, Berufsfeuerwehrkollegen und freiwilligen Kameraden, von Beamten bis zu den Arbeitnehmern bilden einen großen Spannungsbogen der jeweiligen im Raum stehenden Bedürfnisse und Wünsche. Doch wir wollen die aufgeführten Kernpunkte umzusetzen und wir arbeiten für alle Feuerwehrleute mit großer Energie daran. Wir hoffen weiterhin auf die Unterstützung der Berufsfeuerwehrkollegen/innen und auch auf die Unterstützung unserer freiwilligen Kameraden/innen, mit denen wir täglich gut zusammenarbeiten.

Information und Kommunikation

Wir machen auf diese Dinge aufmerksam und werden aktuell über Neuigkeiten auf www.berlinbrennt.de berichten, sobald uns diese bekannt werden!

Wir sind als Beamte an viele Regeln gebunden und können auch interne Informationen nicht bedenkenlos teilen. Trotzdem ist größtmögliche Transparenz wichtig, um zu zeigen, dass es vorrangeht, auch wenn durch die stille, verstreichende Zeit der Eindruck gewonnen werden könnte, dass die Tonne als starkes Symbol vor dem Roten Rathaus umsonst war. Im Gegenteil: Die Mahnwache war sehr wichtig. In diesen 5 Wochen, in denen wir Gesicht gezeigt und friedlich auf unsere Situation aufmerksam gemacht haben, wurde das Fundament geschaffen, als ernsthafter Gesprächspartner von der Politik wahrgenommen zu werden. Dadurch wurden wir als selbstbewusste Fraktion von den Entscheidungsträgern verstanden. Wir werden in den kommenden Gesprächen weiterhin standhaft die Forderungen unterstreichen und für die Umsetzung der Forderungen einstehen. Mit dem Kreis an Beteiligten ist es naturgemäß jedoch verständlich, dass eine Informationsabstimmung und Verhandlung hinter geschlossenen Türen passieren wird und unvermeidlich ist. Im Sinne der Sache werden wir jedoch penibel darauf achten, schnellstmöglich und transparent zu kommunizieren. Diesem Anspruch fühlen wir uns verpflichtet, da wir uns FÜR die Feuerwehrleute und ihre Belange engagieren.

Ebenfalls weisen die Gewerkschaften und der Personalrat regelmäßig auf die aktuellen Entwicklungen hin. Zusammen mit den Gewerkschaften, die alle zusammenarbeiten um eine Verbesserung voranzutreiben, werden wir von BerlinBrennt für die Feuerwehrleute kämpfen.

Abschließende Worte

Unser Weg ist steinig, risikoreich, ohne Wertschätzung, schlecht bezahlt, nicht förderlich für unsere Gesundheit und ohne ein geregeltes Familienleben. Dies ist für uns Grund genug, Flagge zu zeigen und mit Gewerkschaften und dem Personalrat für dringende, grundlegende und anhaltende Verbesserungen zu kämpfen!

Wir setzen uns gemeinsam ernsthaft mit diesen Problemen auseinander, dies müssen Behördenleitung und Politik ebenfalls tun. Vertröstungen und eine unklare Linie, was die Zukunft betrifft, schafft (und schürt den bestehenden) Unmut.

Um Euch für Eure Unterstützung zu danken und um direkt mit Euch ins Gespräch kommen zu können, beachtet die E-Mail vom 24.06.18 in Outlook, schaut ans Schwarze Brett Eurer Wachen bzw. seht in den Internen Bereich unserer Webseite (mit dem allgemein bekannten Passwort).

Euer BerlinBrennt Orga-Team

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